Montag, 16. Juni 2014

Mit dem Rücken am Tellerrand

Es ist gut auch mal über den Tellerrand zu schauen. Manchmal sind wir so in "unserer Welt" gefangen, dass wir den Rest gar nicht mehr wahr nehmen.
Zum Beispiel muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass nicht alle Menschen mindestens ein Smartphone haben. Oder das agile noch lange nicht Mainstream ist.
Nur weil wir uns in einem Umfeld bewegen, in dem die Dinge so scheinen wie sie sind, heißt das noch lange nicht, dass dem auch so ist. Ein Typisches Beispiel für den Unterschied von Realität und Wahrnehmung der Realität. Aber auch um neuen Ideen eine Chance zu geben, welche scheinbar nicht funktionieren können, weil sie nicht in unsere Gedankenwelt passen ist es sinnvoll ab und an über den Tellerrand zu schauen.

Heute habe ich noch einen Tweet, welcher darauf hinweist gesehen:


Wenn uns das einmal bewusst geworden ist, dann neigen wir (oder zumindest geht es mir so) dazu möglichst oft über diesen Tellerrand zu schauen.

Dabei kann es aber passieren, dass wir so sehr damit beschäftigt sind, unseren Horizont zu erweitern, dass wir gar nicht merken, dass wir mit dem Rücken bereits am Tellerrand stehen und nicht mehr wahrnehmen was direkt vor uns im Teller ist.

So passiert es mir immer wieder, dass ich sehe was ich alles (noch) nicht weiß oder kann, dass ich dabei vergesse, welcher Weg bereits hinter mir liegt und was ich bereits alles kann. Dadurch unterschätze ich mich regelmäßig. Oder ich übersehe Chancen welche sich in der aktuellen Situation ergeben.
Auch wird es schwierig daran zu denken alle anderen mitzunehmen, wenn man sie aus den Augen verliert.

Also auch mal die eigene Suppe betrachten!

Montag, 26. Mai 2014

Arbeit und Leistung muss neu definiert werden


In der Physik ist Arbeit definiert als Kraft (zum Bewegen einer Masse) mal Weg und Leistung Arbeit durch Zeit.
In unserer Arbeitswelt war es über Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinweg möglich daran angelehnt die erbrachte Leistung eines Arbeitnehmers (oder auch Auftragnehmers) in Zeit zu messen.

So erbrachte ein Arbeiter am Fließband eine gewisse Leistung messbar in gefertigten Teilen in einer gewissen Zeit.

In dem Zusammenhang ist es auch nachvollziehbar die dem Arbeitgeber (Auftraggeber) vertraglich geschuldete Arbeit in Zeiteinheiten z.B. Wochenstunden zu definieren. Diese Arbeit kann auch dann direkt gesehen werden. Steht der Arbeiter am Fließband und geht seiner Tätigkeit nach so erbringt er die geschuldete Arbeit. Tut er was anderes so erbringt er sie nicht. (Natürlich vereinfacht gesehen)

Aktuell findet ein Wandel in der Art der Arbeit statt. Es gibt immer mehr sogenannte "Wissensarbeit". Dabei ist wie z.B. in der Softwareentwicklung das Ergebnis der erbrachten "Arbeit" gar nicht mehr so greifbar und vor allem ist die Tätigkeit, welche zu dem Ergebnis führt nicht mehr so einfach definierbar. Eine "fertige" Software ist nicht das reine Ergebnis von physischer Tätigkeiten wie z.B. dem Tippen von Tasten. Sondern vielmehr von angewendetem und richtig kombiniertem Wissen. Das Tippen der Codezeilen ist nur noch die Nutzbarmachung der bereits erbrachten Arbeit. Dies ist mittlerweile auch so weit akzeptiert das wohl die wenigsten die Leistung ihrer Softwareentwickler in geschriebenen Codezeilen messen. (Was auch Kontraproduktiv für ein gutes Ergebnis sein kann).

Wenn die "Arbeit" nun aus dem aufbauen, anwenden und verknüpfen von Wissen also lernen, Kreativität, Problemlösen und kombinieren von Wissen, kurz denken und Kommunizieren besteht, dann fühlt sich das erfassen der "Arbeit" oder der erbrachten "Leistung" in Zeiteinheiten falsch an.

Mittwoch, 21. Mai 2014

Speed Temenos auf dem AgileDay der JAX



Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit auf dem AgileDay der JAX zu sein. Neben Vorträgen am Vormittag mit Beiträgen zu Retrospektiven agile in Konzernen sowie einer spezifischen Implementierung in einem Unternehmen stand nach der Mittagspause ein Speed Temenos mit Olaf Lewitz und Christine Neidhardt auf dem Programm. Zur Unterstützung hatten sie sich Unterstützung über die Softwerkskammer organisiert, so dass die Anwesenden von insgesamt 20 Facilitatoren betreut wurden.

Bei Temenos handelt es sich um einen "geschützten Raum" in dem Menschen Offenheit und Vertrauen erleben können. Das Speed Temenos mit seinen 3 Phasen, in welchen es um die Persönliche (Berufliche) Vergangenheit, den Ist-Zustand und die Vision für die Zukunft geht hilft über Geschichten erzählen, sich selbst zu reflektieren und Gemeinsamkeiten in der Gruppe zu entdecken. Details sind auf http://trusttemenos.de/ viel besser erklärt als ich es hier kann.

Ich hatte Temenos mit Olaf bereits auf der Play4Agile 2013 in einer kleinen Gruppe kennen gelernt. Da es sich bei der Play4Agile  um eine eher kleine Veranstaltung handelt, auf der durch ihre Art bereits ein sehr offenes Klima herrscht war ich ehrlich gesagt recht Skeptisch ob das Format auf einer Veranstaltung wie der JAX mit so vielen Teilnehmern mit einer eher konsumierenden (mein Eindruck) Haltung funktionieren wird.


Mittwoch, 14. Mai 2014

Mein CARE Projekt

Mein Bild von agile ist geprägt von einer Kultur, welche auf Werten basiert, die zu einer anderen, besseren Softwareentwicklung führt. Und dadurch bessere Lösungen für die Anwenderprobleme erstellt.

Eine Kultur wird durch die verwendeten Methoden und Prozesse sichtbar. Das hat meiner Ansicht nach dazu geführt, das wir im Zusammenhang mit agile heute mehr über die Methoden und Praktiken reden und es sogar "agile Tools" gibt. Der Begriff ist mittlerweile so verwässert das einige agile für Tot erklärt haben. Aber der Ursprunsgedanke existiert noch. Diese Methodenfixiertheit hat auch zu einem gewissen Cargo Kult geführt, bei dem die Methoden in eine beliebige Kultur eingeführt werden und dann der Erfolg erhofft wird.

Zu agile sind mittlerweile einige weitere Bewegungen hinzu gekommen welche entweder auch unter agile aufgeführt werden oder daneben stehen. Je nach Betrachtungsweise. Auch diese haben Werte im Ursprung, werden aber über Methoden und Prozesse vermittelt.

Ich bin der Ansicht, dass man die Werte heute zu sehr vernachlässigt aber nur eine Arbeit an diesen und ein wandel der Kultur zu den erhofften Verbesserungen führt.

Montag, 5. Mai 2014

Enterprise 2.0

Der nächste Teil des Management 2.0 MOOC handelt von Enterprise 2.0. Hier geht es um meine Gedanken zu dem Thema.

Der Begriff Enterprise 2.0 geht auf den Harvard-Business-School Professor Andrew McAfee zurück. Er definierte Enterprise 2.0 als den Einsatz von Web 2.0 Technologien und -Anwendungen innerhalb und zwischen Organisationen.

Dabei geht es natürlich nicht nur um den Einsatz dieser Technologien z.B. durch die Installation eines Wiki Systems. Viel mehr geht es auch um eine (Unternehmens-)kultur die diese Anwendungen sinnvoll nutzt. In dem Zusammenhang wurde im MOOC auch  viel über die Nutzungsoffenheit dieser Systeme diskutiert und dass bei der Einführung mehr Wert auf die Nutzungsszenarien als auf die vorhandenen Funktionen eingegangen werden muss.