Dienstag, 1. April 2014

Agile ist tot - Und das ist gut so!

Seit ein paar Wochen machen Blogbeiträge die Runde, welche feststellen, dass agile tot ist, die Autoren ihr agile zurück haben wollen usw.

Dabei wurde es doch auch Zeit, dass dieses neumodische, weich gewaschene Führung durch Vorbild, Coaching und Selbstorganisation Zeugs endlich beendet wird.

Schließlich kosten uns in Deutschland unmotivierte Mitarbeiter jährlich zwischen 98,5 und 118,4 Milliarden Euro! Wie der Spiegel erst kürzlich aus einer Gallup Studie zitierte.

Und worauf ist das zurück zu führen? Auch das steht im Spiegel: Auf Defizite in der Personalführung.

Nun mal ehrlich, wie soll das in einem selbst organisierten Team funktionieren, das sich selbst auswählen darf woran und wie viel es schaffen will? Mit bunten aufgehängten PostIts und Spassveranstaltungen wie Retrospektiven wohl nicht.

Es wird Zeit, dass wir endlich aufwachen und von oben strikte Vorgaben machen was die Mitarbeiter wie und vor allem wie schnell zu tun haben. Damit ja nix schief läuft haben wir ja ein paar kluge Köpfe eingekauft die vorher alles Planen und auf Papier festhalten.

Endlich wird eingesehen, dass früher alles Besser war und man Bewertes ja nicht zwingend Ändern muss!

Donnerstag, 27. März 2014

Innovation 2.0

Der nächste Teil des Management 2.0 MOOC handelt von Innovation 2.0. Hier geht es um meine Gedanken zu dem Thema.

In der heutigen, schnellen Zeit scheint es unangemessen Jahre zwischen einzelnen Innovationen vergehen zu lassen, welche dann das Geschäft eines (bestehenden) Unternehmen antreiben.
So werden quasi Täglich neue Ideen direkt am Markt erprobt, angepasst verworfen oder zu innovativen neuen Geschäftsmodellen. Prominent sind hier die Lean StartUps.


Lean StartUps sind sehr dynamisch und anpassungsfähig. Da bestehende Enterprise Unternehmen auf das ausführen eines Geschäftsmodells ausgelegt sind, fällt es ihnen schwer sich so schnell an Veränderungen anzupassen. Durch die gefestigten Strukturen und den Fokus auf bestehende Services / Produkte laufen sie auch Quasi mit Scheuklappen durch die Gegend.
Aus Produktsicht kann das auch von Vorteil sein, für das langfristige bestehen des Unternehmens ist es aber ein Risiko.

Innovation 2.0 hilft im Management 2.0 Kontext Innovationen im Unternehmen zu fördern und zu beschleunigen. Dabei geht es nicht um die Schaffung einer Innovtionsabteilung die Losgelöst vom Rest des Unternehmens ist sondern das Potenzial des Gesamten Unternehmens mit seiner Peripherie wie Partnern und Kunden zu Nutzen.

Innovation ist Managementaufgabe! Damit meine ich aber nicht, dass das Management der kluge, innovative Kopf des Unternehmens ist sondern das Management ist dafür Verantwortlich, dass ein Rahmen für Innovationen geschaffen wird.

Im Rahmen des MOOC wurde definiert, dass Innovationen Ideen sind, welche am Markt erfolg habe.

In einem Unternehmen, welches zum Großteil aus Wissensarbeitern besteht, ist das Potenzial für viele gute Ideen vorhanden. Aufgabe des Management ist es hier, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter wissen wohin mit ihren Ideen und was daraus wird.

Die besten Ideen bringen nichts, wenn sie in den Köpfen der Mitarbeiter bleiben, weil sie nicht wissen an wen sie sich wenden sollen, diese für nicht ausgereift genug halten oder schlimmer noch bereits die Erfahrung gemacht haben, dass diese im Unternehmen nie weiter verfolgt werden können.

Hier ist das Management gefragt. Es muss Strukturen oder gar eine Kultur schaffen, in der den Mitarbeitern bewusst ist, dass Ideen willkommen sind und wo sie diese "abladen" können. Darüber hinaus sollte transparent sein was mit den Ideen passiert und wie sie weiter verfolgt werden.

Hilfreich ist hier sicherlich ein transparenter Prozess, welcher die Ideengeber mit einbezieht, zur Überprüfung der Ideen auf Ihre Tauglichkeit zur Innovation und ggf. zur Verbesserung der Idee. Hier könnten dem Mitarbeiter Methoden an die Hand gegeben werden, welche zum Beispiel aus dem Lean StartUp Bereich kommen. Zum Beispiel das Experiment Board von Javelin oder ein Business Model Canvas.

Vor allem dürfen die Ideen nicht einfach in einer Schublade verschwinden und es muss Transparent sein ob, oder warum nicht, eine Idee weiter verfolgt wird.

Auf der anderen Seite reicht es auch nicht aus darauf zu Warten, dass die Mitarbeiter neben ihrer Arbeit Ideen generieren. Hier muss eine Kultur geschaffen werden in der Innovation einen Stellenwert hat. Dies ist nicht damit getan, das in Meetings zu erwähnen. Da muss das Management als Leader durch Beispiel vorgehen. Auch muss Raum für Innovationen geschaffen werden. Mitarbeiter welche zu 120% ausgelastet sind haben anderes zu tun.

Ideen entstehen oft durch über den Tellerrand schauen oder wenn Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen zusammen kommen. Daher spielen heute Soziale Netzwerke eine große Rolle.
Hier wären Orte und Zeiten hilfreich, in denen die Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen frei begegnen und Austauschen können. In fachlichen Silos in am besten noch nach Abteilungen aufgeteilten Fluren wird es hier schwerer. Virtuelle Soziale Netzwerke im Unternehmen können hier Linderung verschaffen, Face 2 Face ist besser.

Warum nicht eine Art Co-Working Space einrichten in dem die Mitarbeiter aller Abteilungen Zeit zur freien Verfügung haben um eigene Ideen zu probieren?

In größeren Unternehmen sind technische Vortragsabende alle x Wochen teilweise schon etabliert. Warum nicht auch mal Veranstaltungen zum Thema Innovation z.B.: mit Innovation Games, Lego Serious Play, Lean StartUp Game oder HackSessions und Jams veranstalten. Zum einen können hier bereits Ideen entstehen, zum anderen geben sie allen Werkzeuge an die Hand.

Dies sind nur meine Ideen zum Thema. Weitere sind bereits in den Positionspapieren und der Diskussion zum Thema im MOOC erläutert.






Sonntag, 3. November 2013

Die Stiefkinder des Programmierers

Es ist ja kein Geheimnis, dass viele begeisterte Programmierer ein Baby haben: Ihr Produkt. Da wird mit Hingabe dran gearbeitet und die Funktionalität erweitert, neue Features, welche bestimmt super werden hinzugefügt und hier und da verbessert. Fertig und losgelassen wird es eigentlich nie. Auch nicht wenn es eigentlich schon "erwachsen" ist.

Und ja auch mir geht es oft so! Aber je länger ich dabei bin je mehr muss ich mir eingestehen, dass wir auch noch Stiefkinder haben, welche wir vernachlässigen: Datenbanken und Betrieb um nur einige zu nennen.

Es wird uns ja auch so einfach gemacht. Während wir uns um unser "Baby" kümmern, nehmen uns Frameworks wie OR-Mapper die lästigen Stiefkinder ab und generieren Datenbankschemata und Abfragen. So können wir uns ganz verliebt auf das neue Feature konzentrieren und selbst Massendatenverarbeitung in unserer Sprache durchführen. Die IDE einmal eingerichtet zeigt uns dann wie toll alles funktioniert. Die silohafte Trennung von Entwicklung und Betrieb hält uns dann noch das lästige in Betrieb nehmen und alle Konfigurationsparameter erraten und Performanceprobleme mit der Massendatenverarbeitung mit wirklich vielen Daten von Hals.

Ist das Leben mit einem "Baby" nicht TOLL?

Aber auch unsere Stiefkinder werden größer und beginnen sich Aufmerksamkeit zu verschaffen und das ist gut so! Es wird Zeit, dass wir bei der Entwicklung unserer Software nicht aus den Augen verlieren, dass sie nicht geschaffen wird um uns Codezeilen schreiben zu lassen sondern damit sie Jemandem hilft seinen Job zu tun und damit Bedürfnisse zu befriedigen. Damit sie das gut kann gehören nur die benötigten Features hinein ohne für uns spannende Spielereien und vor allem sie muss in Betrieb gehen und dort einen guten Dienst leisten! Dazu gehört, dass wir von Anfang uns um den Betrieb Gedanken machen aber auch um die Wartung und Fehlersuche. Des weiteren müssen wir kapieren, dass die Software nicht nur aus Code besteht und z.B. Datenbanken ein eigenes Feld sind, welches richtig genutzt werden will.

Freitag, 4. Oktober 2013

Projekt 2.0

Diese Woche geht es im Management 2.0 MOOC um das Thema Projekt 2.0.
Hier stelle ich meine Ansicht zu Projekt 2.0 zu Diskussion.

Zunächst einmal möchte ich (zumindest für diesen Beitrag) Projekt 2.0 von Projekt 1.x abgrenzen. Dabei sehe ich ein Projekt 2.0 nicht als Update zu Projekt 1.x, so wie es die "Versionsnummern ja implizieren könnten" sondern als eine andere Art von Projekt, welche sich auf eine andere Art von Arbeit bezieht. Bei einem Projekt 2.0 geht es um ein Projekt, bei dem die Lösung als Endergebnis noch nicht fest steht. Die Arbeit zur Erreichung des Ergebnisses ist in hohem Maße "Wissensarbeit" und oder Kreativ. Meistens ist das Ergebnis auch Komplex.

Während die Inputgeber zu dieser Themenwoche alle ein agiles Vorgehen beschrieben haben wie es heute z.B. in der Softwareentwicklung genutzt wird, typische Methoden und Werkzeuge dazu vorgestellt haben und damit zumindest implizieren, dass Projekt 2.0 = agile ist, distanziere ich mich hiervon.
Für die Definition eines Projekt 2.0 möchte ich weder Begriffe agile oder lean etc. verwenden noch Methoden definieren, welche dazu gehören.
Dies hat einen ganz einfachen Grund: Gerade im agilen (Software-)Umfeld sind Methoden und Werkzeuge, welche auch (in der richtigen, sich ergänzenden Kombination) eingesetzt wurden als agile Methoden betitelt worden. Dies hat mittlerweile dazu geführt, dass in klassisch aufgebauten Projekten ein beliebiger, oft leicht zu nutzender, Mix aus den sogenannten agilen Methoden eingesetzt wird und die klassischen Rollen, mit Namen z.B. aus Scrum versehen werden. Das ganze wird dann als agiles Projekt betrachtet ohne die agilen Werte. Dadurch ist der Begriff agil sehr verwaschen und man weiss nicht was man bekommt.

Für mich geht es bei einem Projekt 2.0 an dessen Anfang keine Lösung steht sondern ein Problem und eine Vision dieses zu Lösen und damit einen gewissen Wert zu erzeugen. Dabei gibt es keine vorher planbare Lösung, welche von ein paar "hellen" Köpfen erarbeitet wird und dann einfach in teilbaren Schritten umgesetzt werden kann. Hier sind die Umsetzenden auch die "wissenden" welche sich zusammen mit dem "Kunden" das Wissen über das Problem und der Teilprobleme erarbeiten. Dies auch durch schnelles ausprobieren einer möglichen Teil-Lösung und Validierung dieser. Dazu brauchen alle ein gemeinsames, ganzheitliches Bild wohin die Reise gehen soll. Ein Projekt 2.0 wird hoch kooperativ zwischen allen Beteiligten durchgeführt und ist ein stetiges Lernen. Dazu müssen die klassischen Mauern zu den Kompetenzsilos eingerissen werden. Wenn jeder nur soviel weiss, wie er wissen muss um seinen aktuellen Baustein zu liefern kann kein gesamt Bild entstehen.

Wenn ich ein Wort wählen sollte, welches ein Projekt 2.0 und dessen Mitglieder beschreibt, dann ist es: "CARE". Care in seinen Bedeutungen wie: Sorgfalt, Achtsamkeit, Umsicht, Pflege, Fürsorge und Obhut für den zu schaffenden Wert.
Alle Beteiligten sind darauf Bedacht den höchstmöglichen Wert durch die Problemlösung zu schaffen. Dazu gehört bei einem Software Projekt z.B., dass man kein Budget verschwendet für unnötige Funktionen oder Bugfixing von vermeidbaren Fehlern. Dazu gehört aber auch, dass man nicht nur bis zu seinem "Fertig" denkt. Ein Entwickler sollte nicht bis zur Fertigstellung der Funktion denken, sondern bis dahin wo sein Code "Werte" schafft und das ist erst im Betrieb und bei späterer Wartung. Care gilt aber auch für den Umgang mit den eigenen Ressoucen der Teammitglieder und des Teams.

Die Methoden für ein Projekt 2.0 müssen auf das Projekt und untereinander abgestimmt sein. Bedienen kann man sich da natürlich (aber nicht nur) im agilen und lean Umfeld. Aber bitte nicht Wahllos was rauspicken.

Projekt 2.0: Kooperativ, lernend, Wert schaffend, CARE.









Freitag, 27. September 2013

Lernen 2.0

Bei uns in der Organisation wird das Lernen der Mitarbeiter dahingehend unterstützt, dass es einen Schulungskatalog gibt aus dem sich jeder Schulungen auswählen darf. Wer sich selber um die Auswahl kümmert kann auch an Konferenzen, externen Schulungen und (UserGroup) Vorträgen teilnehmen. Auch Bücher sind vorhanden oder werden bei Bedarf beschafft.
Durch die Muttergesellschaft finden regelmäßig Vortragsabende zu technischen Themen statt, zu welchen eingeladen wird.
Einige Teams haben auch schon Erfahrungen mit "serious games" zum Einstieg in neue Themen oder Pairprogramming gesammelt.

Die Grundsteine sind gelegt, aber vieles basiert auf den Initiativen einzelner und ist nicht Organisatorisch eingebettet. So können Bücher z.B. zwar beschafft werden, sind dann aber bei den Einzelpersonen oder Teams und es gibt keinen Überblick da drüber welche Bücher existieren.

Zum "Lernen 2.0" gehört für mich eine Kultur des Lernens. Da drunter verstehe ich ein Bewusstsein dafür, dass lernen essentieller Bestandteil der Organisation ist. Es sollte normal sein, dass Mitarbeiter mit einem Fachbuch auf den Sofas sitzen und lesen. Ebenso sollte jeder von anderen lernen wollen und vor allem sein Wissen auch weitergeben. Sei es bei internen Veranstaltungen oder durch Pairprogramming und der gleichen. Wichtig ist auch, dass Scheitern nicht als Fehlschlag sondern als Lernerfahrung gewertet wird. Dazu muss es aber auch aufgearbeitet werden.
Bei dem Einsatz von neuen Technologien hört das lernen nicht da auf, wo man genug verstanden hat damit das System läuft, sondern es muss die Zeit da sein um sich auch mit den Hintergründen zu beschäftigen damit man wirklich weiss was man tut und die Technologie einschätzen kann. Dabei ist jeder gleichzeitig Lernender und Lehrender in einer vernetzten Lerngemeinschaft und ist nicht nur darauf bedacht sein eigenes Wissen sondern das der Gruppe zu erweitern.
Neben den klassischen Wissensquellen wie Büchern, Schulungen und Tutorials ist das lernen auf einer eher menschlichen Ebene von Bedeutung. Durch das zur Diskussion stellen von Wissen und Ideen in Lerngruppen oder Intressensgruppen auch in sozialen Netzwerken bekommt man viel schneller Feedback ob man das Thema durchdrungen hat, Erfahrungen von anderen und auch ganz neue Ansätze und Ideen.
Das vermitteln von Wissen sollte weniger durch Frontalvorträge als durch Hands-On und Ansätzen wie "serious games" geschehen, bei denen die Teilnehmer mittendrin anstatt nur dabei sind.
Neben dem fachlichen Lernen gehört aber auch ein organisatorisches Lernen dazu. So wie es im agilen z.B. durch Retrospektiven unterstützt wird.

Organisatorisch / Technisch wird Lernen 2.0 durch die Bereitstellung von guter Infrastruktur, wie guter Wikisoftware, MitarbeiterBlogs, etc. und schaffen von Raum zum Lernen unterstützt. Dazu gehört z.B. die organisation des Buchbestandes, eine Übersicht welcher Mitarbeiter welche Themen als "Steckenpferd" hat, Unterstützung von Lerngemeinschaften etc. Was eine Organisation für ihr Lernen 2.0 benötigt, sollte nicht vorgegeben werden nach dem Motto: "Nimm die Bausteine A,B und C" und du hast Lernen 2.0 sondern durch organisatorisches lernen ausprobiert, verbessert und zusammengestellt werden. Dabei wird sich zeigen was angenommen wird und ganz neue Ideen entstehen.