Direkt zum Hauptbereich

Come and Play ... seriously - Play 4 Agile

Vom 22.2. - 25.2.2013 fand im Seminarzentrum Rückersbach die Play4Agile - "Die UNConference for Games for Agile Teams" statt.
Nachdem ich mich in letzter Zeit immer mehr mit der Einführung von Agilität beschäftigt habe und nach Büchern wie "Reality is Broken" und "The Culture Game" war auch ich das erste mal dabei.

Die UNConference, die wie üblich bei diesen Veranstaltungen in Rückersbach auf eine Teilnehmerzahl < 100 begrenzt war, war innerhalb von wenigen Sekunden ausgebucht. Dies und die Teilnahme von Teilnehmern aus aller Welt spricht schon für die Qualität der Veranstaltung. So habe ich viele tolle Leute kennen gelernt und eine Menge neuer Ideen mitgenommen.



Am Freitag begann die Play4Agile für mich mit der Opening Session, Lightning Talks und anschließendem socialising in der Bar. Vorher hatte bereits das PreEvent stattgefunden, bei welchem die Teilnehmer die Konferenz mitgestaltet haben. So haben sie zum Beispiel ein Speed Dating beim Essen organisiert oder ein riesiges Buch mit leeren Seiten erstellt, welches alle Teilnehmer während der 4 Tage füllen konnten.

Am Samstag begann der Tag mit dem Marketplace für den Open Space. Dabei sind viele Spannende Sessions angeboten worden:


Meine Auswahl fiel auf:

  • How to develop a game
  • What happens by starting agile leadership
  • Blame Game
  • Let's brainstorm: Improvement work is essential
  • The Chellange Compressor
  • Let's play Lean StartUp

Und die letzte Session habe ich als "Butterfly" verbracht.

Bei "How to develop a game" hat Ralf Kruse anhand des Kanban Pizza Game die Schritte vorgestellt, welche essentiell sind um ein Spiel zu entwickeln, welches ein bestimmtes Ziel erreichen soll und nicht überladen ist.
Das "Blame Game" hat eindrucksvoll anhand einer einfachen Aufgabe mit Spielkarten demonstriert wie sich persönliche Ziele und Verantwortung (im Gegensatz zu Teamzielen und -Verantwortung) negativ auf Entscheidungen und auch den Erfolg auswirken.
Bei "Let's play Lean StartUp" wurde anhand eines Problems aus dem Bereich "Urlaub" ein Produkt aus Lego oder Papier und Stiften entwickelt und in kurzen Zyklen anhand des Benutzerfeedbacks verworfen oder erweitert und angepasst. In meiner Gruppe ist dabei ein Service entstanden, welcher sich um das Problem des leeren Kühlschranks nach dem Urlaub kümmert.

Am Sonntag waren dann folgende Sessions im Angebot:


Nachdem ich die erste Session als Butterfly verbrachte habe ich dann an folgenden teilgenommen:

  • Temenos Style Feedback
  • AgileCity
  • Explore AMI
  • Kanban Pizza Game
  • Speed Gamification
  • Kanban Pizza Board Game
Bei dem Temenos Style Feedback handelt es sich um eine Art jemanden, den man kennt Feedback zu geben ohne ihn in eine Verteidigungsposition zu bringen. Das Feedback ist so strukturiert, dass es den Empfänger persönlich weiter bringt. Es war eine für mich ungewöhnliche aber tiefe Erfahrung für die ich sehr Dankbar bin.
Die AgileCity hilft einem seinen aktuellen Ist-Zustand bei der Einführung von agilen Methoden und Praktiken zu verbildlichen und strategisch zu planen.
Bei AMI handelt es sich um "Agile Management Innovations" dabei geht es da drum ein Unternehmen so zu gestalten, dass es agile Teams bestmöglich unterstützt. Hier wurden diese am Beispiel der it-agile vorgestellt.
In der Speed Gamification Session haben wir in kurzen Sprints gamification Regeln angewendet um eine Situation aus dem Alltag zu analysieren und durch gamification zu verändern.
Die erste Kanban Pizza Game Session habe ich mehr als Beobachter begleitet, da wir das Spiel selbst kurz zuvor im Unternehmen eingesetzt haben und ich mir die Moderation gern mal vom Ralf ansehen wollte. In der zweiten Session am Abend haben wir dann eine pre-alpha des Kanban Pizza Board Games getestet, welches zum Ziel hat aufbauend auf dem bekannten Kanban Pizza Game die Boardmechaniken zu erleben. Das Ergebnis der Session waren dann aber eher Ideen zur erweiterung / anpassung des bestehenden Games als das neue weiter zu verfolgen. Ich bin gespannt was Ralf daraus macht.

Am Montag gab es dann noch zwei Timeslots für den OpenSpace und eine anschließende Retro bevor sich wieder alle auf den Weg in Ihre Heimat machten.



Hier habe ich noch die Sessions:
mitgenommen.

Bei der Root Cause Analysis ging es um die bekannten 5 Whys und wann man fertig mit der Analyse ist. Während bei Innovationgames die Spiele auf der Website vorgestellt wurden und wie sie Innovationen fördern.

Während der gesamten Play 4 Agile habe ich auch noch ValYou kennen gelernt. Ein System für einfaches aber konkretes Feedback zu Teamvalues.

Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung mit vielen neuen Ideen und viel Arbeit für mich auch nur einige davon umzusetzen. Ich freue mich schon auf die nächste inspirierende Begegnung mit diesen tollen Menschen!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eine Retro im Kreis

Für die letzte Retro habe ich die Tische und Stühle alle beseite gestellt um dann mit Klebeband (Malercrep) drei unterschiedlich große Kreise um einen Mittelpunkt zu kleben. Der innerste Ring war groß genug, dass das gesamte Team da drin Platz finden konnte.

Für die erste Phase der Retro habe ich Kärtchen mit den Zahlen 50, 40, 30, 20 in den Ringen verteilt. Die 50 in der Mitte und dann absteigend nach außen. Um so eine Zielscheibe anzudeuten.

Der Wasserfall ist immer noch vorherrschend in der Softwareentwicklung

In den letzten Jahren sind viele "neue" Bewegungen auf der Bildfläche des Mainstream-Bewusstseins der Softwareentwicklung erschienen. Und viele aktuelle Studien berichten, dass die Agilität den Wasserfall abgelöst hat. In allen Softwareunternehmen und viele der Entwickler die ich treffe reden zumindest viel über Agilität.

Wenn aber mal einen Schritt zurück macht sieht das (ideal) Bild eher so aus:

Die neue Lösung wird mit Design Thinking gefunden und definiert. In der Entwicklung ist dann eher die Rede von agile (meist Scrum) und selten SoftwareCraftsmanship. Von der Betriebsseite heißt es nun DevOps. Aber dazwischen gibt es immer noch Brüche und es existiert keine Ganzheitlichkeit.

Jahrzehnte lang haben wir in der Softwareentwicklung geglaubt und es so auch allen Kunden beigebracht, dass die "Cost of Change Curve" gilt und daher der Wasserfall als Vorgehen perfekt ist.
(Was nun was bedingt, lass ich mal dahingestellt)

Dadurch haben sich natürlich auch die Struktur…

Speed Temenos auf dem AgileDay der JAX

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit auf dem AgileDay der JAX zu sein. Neben Vorträgen am Vormittag mit Beiträgen zu Retrospektiven agile in Konzernen sowie einer spezifischen Implementierung in einem Unternehmen stand nach der Mittagspause ein Speed Temenos mit Olaf Lewitz und Christine Neidhardt auf dem Programm. Zur Unterstützung hatten sie sich Unterstützung über die Softwerkskammer organisiert, so dass die Anwesenden von insgesamt 20 Facilitatoren betreut wurden.

Bei Temenos handelt es sich um einen "geschützten Raum" in dem Menschen Offenheit und Vertrauen erleben können. Das Speed Temenos mit seinen 3 Phasen, in welchen es um die Persönliche (Berufliche) Vergangenheit, den Ist-Zustand und die Vision für die Zukunft geht hilft über Geschichten erzählen, sich selbst zu reflektieren und Gemeinsamkeiten in der Gruppe zu entdecken. Details sind auf http://trusttemenos.de/ viel besser erklärt als ich es hier kann.

Ich hatte Temenos mit Olaf bereits auf der Play4Agile 201…